Angeregt ist dieser Beitrag durch einen Artikel auf geld-kompakt.de. Dort habe ich kritisiert, dass der Beitrag und die dort vertretene Position zur geplanten Erhöhung der Rundfunkgebühren doch etwas flach ist. Also möchte ich es an dieser Stelle etwas besser versuchen, vielleicht glückt mir das ja.
Über eine rege Diskussion jedenfalls würde ich mich sehr freuen.
Und damit man mir später nicht vorwerfen kann, dass ich unehrlich gewesen sei, möchte ich es gleich an dieser Stelle sagen: Auch ich bestreite meinen Lebensunterhalt durch die freie Mitarbeit in einer der ARD Rundfunkanstalten.
Nun aber zum Wesentlichen und damit zu einer Erhebung des Bundesverband “Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V.” (kurz BITKOM); durchgeführt wurde diese repräsentative Umfrage durch die Marktforschungsagentur forsa.
Laut dieser Erhebung empfinden ganze 39% aller Befragten die Rundfunkgebühren, die derzeit bei 17,03 EUR pro Monat (Fernseh- und Radiogeräte) liegen, zu hoch. Fast ein Viertel der Befragten hält die Gebühren gar für “viel zu hoch”, nur knapp ein Drittel (bzw. 35% der Befragten) erachtet die Gebühren für angemessen.
Als Veranschaulichung das Ganze noch einmal als Grafik (erstellt mit “Create a Graph“):

Lediglich 1% der 1000 Befragten (also gerade einmal 10 Menschen) finden die Rundfunkgebühren zu niedrig.
Die BITKOM leitet aus diesem Ergebnis die Forderungen ab, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht zu Multimedia-Vollanbietern werden dürfen und sich auf rein informativ, sendungsbezogene Inhalte konzentrieren sollten, um – so die BITKOM weiter – nicht in den funktionierenden Wettbewerb privater Unternehmen einzugreifen.
Dieser Auffassung kann ich leider nicht ganz folgen: Die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen meinungsbildenden Auftrag. Sie sind staatsvertraglich dazu verpflichtet, ein Vollprogramm anzubieten. Dieser Auftrag umfasst neben Sendungen mit rein informativem Charakter eben auch Unterhaltungsangebote. Und darüber beschwert sich auch niemand.
Nun geht die Entwicklung der letzten Jahre aber einen anderen Weg, als man vor wenigen Jahren noch gedacht hätte: Das Internet ist immer mehr auf dem Weg zu dem Medium Nummer 1 auch im Informationsbereich. Die Printmedien merken das schon längst, TV und Radio tun das langsam auch. Ich bin der Meinung, dass auch die öffentlich-rechtlichen Medien im Internet gebührend vertreten sein müssen. Auch um den Charakter unabhängiger Berichterstattung im Internet ein wenig aufrecht zu erhalten. Dazu gehört für mich auch ein Angebot mit Unterhaltungscharakter, denn das gehört zur Berichterstattung dazu.
Nun aber zum eigentlich Problem der Rundfunkgebühren: Ich kann mir im Zeitalter von immer höheren Ausgaben, starker Inflation und stagnierender Löhne gut vorstellen, dass die Gebühren viele Menschen hart treffen. Und auch mich bekümmert es alle drei Monate auf’s Neue, wenn die Gebühreneinzugszentrale mein Konto belastet. Aber von irgendwas müssen auch die Journalisten leben. Auch sie sind mit steigenden Kosten konfrontiert und haben Familien zu ernähren.
Eine allgemeine Rundfunkabgabe als Ersatz für die aktuellen GEZ-Regeln könnte pro Haushalt oder pro Kopf berechnet werden. Quelle: BITKOM
Um dieses Problem zu lösen gibt es zwei Ansätze: Höhere Gebühren oder aber vermehrt Werbung. Das zweite kann und will niemand (es würde die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien auch stark erschüttern), also bleibt nur die erste Lösung.
Also meine Frage an euch: Gebühren rauf oder runter? Und warum? Oder zahlt ihr etwa überhaupt nicht?
Einer Aussage der BITKOM möchte ich allerdings zustimmen. Die schlagen nämlich ein vereinfachtes und vor allem einfacheres Gebührensystem vor. Und diesen Vorschlag kann ich ohne Bedenken unterstützen!
Eines vorweg. Da sowas ein “heißes” Thema ist, habe ich mich vorsichtshalber mal mit einer Wegwerf Email Adresse versorgt.
Ich finde, dass die Gebühren zu hoch sind.
Selbst wenn man kein Radio hat und nur sehr selten die Glotze anmacht, zahlt man das volle Programm und sowas nenn ich Zwangsgebühren.
Dazu kommt noch, dass mittlerweile auch für Computer die Abgabe fällig ist, was die Besitzer generell unter Generalverdacht stellt, auch wenn sie nur ein bisschen surfen oder Emails schreiben. Selbst wer kein Internet hat, müsste dem zur Folge Geld berappen ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen.
Als wenn das nicht schon Frechheit genug wäre…
Du schreibst oben ja, dass die öffentlich rechtlichen Sender ua. einen meinungsbildenden Auftrag haben und das ist der zweite Grund, dass ich sage die Gebühren sind zu hoch, wenn nicht sogar überflüssig.
Wessen Meinung wird denn da verbreitet? Was da an vermeintlichen Nachrichten, Dokus, Berichterstattungen und “Experten”-Runden rüber kommt ist reine Propaganda von Mohn, Springer, INSM und Co. und informiert schon lange nicht mher, sondern ist eine saubere Gehirnwäsche und hält das Volk blöd.
Dafür soll, ach quatsch MUSS man also 17,03 Teuronen im Monat zahlen? Und anscheinend finden das einige vermutlich neureiche Hohlkörper auch noch zu niedrig. >:-o
“Propaganda” der Privatwirtschaft im öffentlich-rechtlichen Rundfunk?? Ich glaube, dass da andere eher prädestiniert sind…
#Und auch sonst kann ich deiner Meinung nicht wirklich folgen…
Nein?
zB. http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=740&sid=159 oder
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/392/das-interview
Desweiteren fallen mir die politischen Talkshows ein, wo immer wieder dieselben Hanseln ihr neoliberales Gewäsch zum Besten geben dürfen.
Zu den Talkshows: Das ist das Problem am Meinungspluralismus. Und wir wären keine Demokratie, wenn man nicht auch die Menschen zu Wort kommen ließe. Ich habe noch nie erlebt, dass man sich nur auf einer Gruppe beschränkt hat und der anderen keine Möglichkeit zum Widerspruch gegeben hat.
Was du aber meines Erachtens nicht vergessen solltest: Die privaten Sender machen auch viel falsch und auf die hat kaum jemand Einfluss. Was wäre also, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender ganz wegfallen würden?! Dann hast du nur noch die Privaten und für die zahlt niemand Gebühren, es hat also auch niemand Einfluss auf das Programm. Ich glaube das würde die Meinungsgebung in Deutschland massiv erschüttern.
Finde auch, dass wenn man nicht viel schaut die Gebühren zu hoch sind. Zumal bei dem Schrott der oft läuft.
Ich denke, dass es wirklich ein Riesenproblem darstellt. Ich für meinen Teil ärgere mich alle drei Monate, wenn ich 51 Euro zahlen muss. Mir ist klar, dass auch die Journalisten leben möchten, aber warum muss ich dafür so tief in die Tasche greifen?
Bei den hohen Gebühren könnte auf den öffentlich-rechtlichen Sendern auch mal ein vernünftiger Film im Abendprogramm laufen. Ich als Jugendlicher schaue diese Sender eigentlich nie. Für mich ist das Programm von Pro7, Sat1 und RTL viel reizender, denn dort gibt es Sendungen mit neuen Ideen – z.B. gucke ich U20 auf pro7 sehr gerne.
Soetwas wird es auf ARD/ZDF wohl nie geben. Was dort läuft, läuft mittlerweile schon seit etlichen Jahren. da fehlt einfach die Abwechslung und der frische Wind und vorallem etwas für Jugendliche.
Also als ersten Punkt muss ich auch sagen, dass die Gebühren für Fernsehen und Radio einfach zu hoch sind. Das reißt bei mir immer ein ganz schönes Loch auf dem Konto rein. Warum wird es immer vierteljährlich abgezogen, jeder andere Posten kommt monatlich, kriegt das die GEZ nicht hin oder was ist da los? Und auch das Programm hat in den letzten Jahren ziemlich nachgelassen, früher kamen da mal ein paar schöne Filme, aber jetzt ist es ja fast nur noch ein Sender für die älteren Menschen, (ohne hier jemanden zu nahe treten zu wollen) müsste mal wieder mehr die Jugend und das mittlere Alter angesprochen werden. Die Reportagen usw. sind ja schon ganz okay, aber wie bereits gesagt, ein wenig mehr frischer Wind könnten ARD und ZDF vertragen.